
Knapp 30 Prozent Betreuungsquote bei U3-Kindern im Märkischen Kreis
Im Märkischen Kreis gibt es aktuell für rund 3.020 Kinder unter drei Jahren einen Kita-Platz. Nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Südwestfalen entspricht dies laut amtlicher Statistik einer Betreuungsquote von knapp 30 Prozent. Der tatsächliche landesweite Bedarf der Eltern bei der Betreuung von U3-Kindern in Nordrhein-Westfalen liegt jedoch bei 51 Prozent, beruft sich die Gewerkschaft auf eine Studie des Deutschen Jugendinstituts. Vor diesem Hintergrund kritisiert die NGG nun Pläne der Bundesregierung, das Arbeitszeitgesetz zu ändern und den bewährten Acht-Stunden-Tag aufzuweichen.
NGG: „Längere Arbeitszeiten gefährden Betreuung und Pflege“
Sollte die tägliche Höchstarbeitszeit verlängert werden, befürchtet die Gewerkschaft erhebliche Konsequenzen für Familien vor Ort. Eine verlässliche Planung im Alltag werde nahezu unmöglich, wenn Arbeitstage spontan auf zehn oder sogar zwölf Stunden verlängert werden könnten. Dies treffe besonders Berufstätige, die ihre Arbeitszeiten ohnehin eng mit den Kita-Öffnungszeiten abstimmen müssen. Aber auch in der Pflege sei Verlässlichkeit entscheidend: Wer sich zu Hause in Absprache mit Pflegediensten um Angehörige kümmert, könne überlange Schichten nicht gebrauchen, so die Gewerkschaft. Am Ende beeinträchtige diese Entwicklung sogar die generelle Berufstätigkeit der betroffenen Eltern.
Gewerkschaft sieht auch Gesundheitsgefahren
Laut der NGG beinhalten die diskutierten Pläne der Politik eine mögliche Ausweitung der Arbeitszeiten auf ein Höchstlimit von 48 Stunden pro Woche, in Ausnahmefällen sogar bis zu 73,5 Stunden. Die Gewerkschaft warnt in diesem Zuge ausdrücklich vor den gesundheitlichen Folgen längerer Schichten. Nach acht Stunden im Job steige das Unfallrisiko laut Statistik immer weiter an und sei nach zwölf Stunden sogar doppelt so hoch. Zudem könnten Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Burnout die Folge sein.