
Gewerbesteuer im MK sinkt - Finanznot bleibt
Die Gewerbesteuereinnahmen im Märkischen Kreis sind 2025 nach vorläufigen Zahlen leicht gesunken - während Werdohl fast das Doppelte des Vorjahres einnahm, brachen die Einnahmen in Meinerzhagen und Kierspe um rund 40 Prozent ein. Für viele Kommunen im Kreis kommt das zur Unzeit: Wegen drastisch sinkender Einnahmen und steigender Kosten beteiligten sich Städte und Gemeinden im Märkischen Kreis am Aktionstag „Kommunen am Limit".
Veröffentlicht: Mittwoch, 24.06.2026 05:20
Gewerbesteuer im Märkischen Kreis 2025 leicht gesunken
Die 15 Städte und Gemeinden im Märkischen Kreis haben 2025 nach vorläufigen Zahlen zusammen rund 353 Millionen Euro an Gewerbesteuer eingenommen - nach rund 361 Millionen Euro im Jahr 2024, ein Rückgang von rund zwei Prozent. Das zeigt eine Auswertung der Daten des Statistischen Landesamts IT.NRW. Die Gewerbesteuer ist für alle Kommunen im Kreis eine der wichtigsten Einnahmequellen - ihr Rückgang trifft die ohnehin angespannten Haushalte zusätzlich. Hauptgründe für die leeren kommunalen Kassen sind laut Kommunalverbänden massiv gestiegene Ausgaben für Personal und Soziales, während gleichzeitig wichtige Einnahmen aus der Gewerbesteuer sinken. Die 2025er Zahlen sind vorläufig und entstammen der Kassenstatistik.
Werdohl verdoppelt Einnahmen - Meinerzhagen und Kierspe brechen ein
Die Entwicklung im Märkischen Kreis ist alles andere als einheitlich. In Werdohl haben sich die Gewerbesteuereinnahmen gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt - von rund 12,5 auf rund 22 Millionen Euro. Schalksmühle legte um rund 36 Prozent zu. Auf der anderen Seite brachen die Einnahmen in Meinerzhagen um rund 41 Prozent und in Kierspe um rund 38 Prozent ein. Auch Plettenberg verzeichnete mit minus 20 Prozent einen spürbaren Rückgang. Ohne dringend benötigtes Geld könnten viele Projekte nicht mehr umgesetzt werden - das betrifft ganz konkret die Instandhaltung von Schulen, den Erhalt von Schwimmbädern, Kulturangeboten und den öffentlichen Nahverkehr.
Kommunen am Limit: Finanznot als Dauerthema im MK
Die Gewerbesteuerzahlen für 2025 fallen in eine Zeit, in der die kommunale Finanzkrise im Märkischen Kreis offen zutage tritt. Die finanzielle Lage der Städte und Gemeinden spitzt sich weiter zu. Um auf das historische Defizit aufmerksam zu machen, riefen die kommunalen Spitzenverbände zum bundesweiten Aktionstag „Kommunen am Limit" auf. Bundesweit verzeichneten die Städte, Landkreise und Gemeinden im Jahr 2025 ein Defizit von rund 30 Milliarden Euro - ein historischer Höchststand. Die Kommunen verlangen, dass das Verursacherprinzip eingehalten wird - und fordern neben einer jährlichen Soforthilfe auch eine Erhöhung des kommunalen Anteils an den Gemeinschaftssteuern.