
Geldwäsche-Ermittlungen: Auch Werdohl betroffen
Auch im Märkischen Kreis hat es im Rahmen eines internationalen Großeinsatzes gegen ein mutmaßliches Geldwäsche-Netzwerk eine Durchsuchung gegeben. Nach Angaben der Ermittler geht es um Gold, Drogengeld und mutmaßlichen Schmuggel im Wert von bis zu 210 Millionen Euro.
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Auch Werdohl Teil des Großeinsatzes
Bei einer groß angelegten Durchsuchungsaktion am Mittwoch (07.10.) ist auch Werdohl in den Fokus der Ermittler geraten. Nach Angaben der Behörden wurden bundesweit rund 40 Wohn- und Geschäftsräume durchsucht. Im Einsatz waren etwa 450 Kräfte von Polizei und Zoll. Die Maßnahmen liefen nicht nur in mehreren deutschen Städten, sondern auch in den Niederlanden. Insgesamt wurden drei Haupt-Tatverdächtige festgenommen, allerdings nicht in Werdohl. Zudem stellten die Ermittler Bargeld, Fahrzeuge, Gold und Datenträger sicher. Die weiteren Auswertungen dauern an.
So soll das Netzwerk gearbeitet haben
Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen soll die Gruppierung Geldwäsche für Dritte angeboten haben. Die Behörden gehen davon aus, dass dabei Bargeld aus Straftaten, vor allem aus dem Drogenhandel, verschleiert worden sein könnte. Dieses Geld soll nach Ermittlerangaben unter anderem genutzt worden sein, um Alt- und Schrottgold bei Juwelieren zu kaufen. Ein Schwerpunkt lag demnach in Nordrhein-Westfalen, auch mehrere Juweliere waren von den Durchsuchungen betroffen.
Nach Darstellung der Ermittler soll das angekaufte Gold anschließend eingeschmolzen und zu Goldbarren verarbeitet worden sein. Diese Barren sollen dann auf dem Land- und Luftweg in die Türkei gebracht worden sein. Dabei sollen zum Teil speziell präparierte Fahrzeuge zum Einsatz gekommen sein. In der Türkei sollen die Werte weiterverarbeitet und später wieder an Auftraggeber ausgezahlt oder teilweise erneut nach Deutschland gebracht worden sein.
Ausgangspunkt war Fund auf der A3
Die Ermittlungen laufen bereits seit mehreren Jahren. Auslöser war laut Behörden ein Fund aus dem Oktober 2023 auf der A3 in Niederbayern. Bei einer Kontrolle entdeckten Fahnder in einem präparierten Fahrzeug aus dem Raum Dortmund mehr als 55 Kilogramm Gold und knapp eine halbe Million Euro Bargeld. Gold und Bargeld im Wert von mehr als vier Millionen Euro wurden in einem gesonderten Verfahren später rechtskräftig eingezogen.
Im Verlauf der weiteren Ermittlungen verdichtete sich der Verdacht gegen eine überwiegend türkischstämmige Tätergruppierung mit Bezügen ins Ausland. Im Februar 2026 wurden in Köln bei weiteren Maßnahmen bereits mehr als fünf Kilogramm Goldschmuck sichergestellt. Später übernahm die Staatsanwaltschaft Köln die Ermittlungen im Gesamtkomplex. Beteiligt sind auch das BKA, der Zoll und weitere Behörden.
Gold im Wert von bis zu 210 Millionen Euro
Nach aktuellem Ermittlungsstand soll die Gruppierung über einen Zeitraum von sechs Jahren zwischen mehr als einer Tonne und bis zu vier Tonnen Gold in die Türkei gebracht haben. Den geschätzten Wert beziffern die Behörden auf etwa 55 bis 210 Millionen Euro. Im Raum steht der Verdacht der Bildung einer kriminellen Vereinigung, der banden- und gewerbsmäßigen Geldwäsche sowie des gewerbsmäßigen Schmuggels.
Bei den aktuellen Durchsuchungen wurden laut Ermittlern unter anderem etwa 800 Gramm Schmelzgold, eine Schmuggelweste, ein Schmuggelgurt, zwölf Fahrzeuge, ein Motorrad sowie Bargeld im hohen fünfstelligen Bereich sichergestellt. Acht Fahrzeuge sollen gepfändet werden. Außerdem wurde eine Zwangssicherungshypothek in Höhe von zwei Millionen Euro eingezogen. Insgesamt wird in dem Verfahren gegen 24 Beschuldigte ermittelt.
Festnahmen - Ermittlungen laufen weiter
Festgenommen wurden nach Behördenangaben drei Hauptverdächtige im Alter von 43 bis 46 Jahren aus dem Raum Wuppertal, Übach-Palenberg und Remscheid. Sie sollten noch im Laufe des Tages einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Die Ermittler prüfen nun vor allem die weiteren Transportwege, Zahlungswege und mögliche Beteiligte.