
Gastronomie im Märkischen Kreis mit vielen offenen Stellen
Im Märkischen Kreis arbeiten nach Angaben der NGG Südwestfalen rund 4.100 Menschen in der Gastronomie. Dazu zählen Beschäftigte in Hotels, Restaurants, Biergärten, Küchen, im Service sowie an Rezeption, Theke und Bar. Gleichzeitig verweist die Gewerkschaft auf einen anhaltenden Personalmangel in der Branche. Aktuell seien bei der Arbeitsagentur 49 offene Stellen in der Gastronomie gemeldet. Hinzu kommen laut NGG 27 unbesetzte Ausbildungsplätze.
„Hoteliers, Restaurantbetreiber und Wirte sind händeringend auf der Suche nach Verstärkung - und zwar immer“ - Isabell Mura, Geschäftsführerin der NGG Südwestfalen.
NGG fordert mehr Geld für Köche und Kellner
Aus Sicht der NGG muss die Gastronomie im Märkischen Kreis attraktiver werden. Die Gewerkschaft fordert deshalb ein Lohn-Plus von 6 Prozent für Beschäftigte in Küche und Service. Für Auszubildende verlangt die NGG zusätzlich einen Zuschlag in Höhe der Kosten für ein Deutschlandticket. Damit solle der Berufseinstieg in die Branche für junge Menschen leichter werden. Die Gewerkschaft argumentiert, dass die Arbeit in der Gastronomie oft körperlich anstrengend sei und häufig zu Zeiten stattfinde, die viele Bewerber abschrecken.
„Die Gastronomie muss ihre Jobs - branchentypisch zu sagen - einfach ‚leckerer‘ machen. Vor allem die Löhne: Sie muss die Menschen einfach besser bezahlen“ - Isabell Mura, Geschäftsführerin der NGG Südwestfalen.
Kritik an Dehoga NRW vor nächster Tarifrunde
Scharfe Kritik kommt von der NGG am Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga NRW. Nach Angaben der Gewerkschaft habe es in der ersten Tarifrunde kein Angebot der Arbeitgeber gegeben. Die NGG wirft dem Verband vor, auf Zeit zu spielen. Die zweite Tarifrunde ist für Donnerstag, 16. Juli, geplant.
„Die Arbeitgeber haben bei der ersten Tarifrunde eine ‚Gastro-Null‘ serviert: Sie haben kein Angebot vorgelegt“ - Isabell Mura, Geschäftsführerin der NGG Südwestfalen.
Weniger Umsatzsteuer als Argument in der Debatte
Die NGG verweist außerdem auf die seit Januar gesunkene Umsatzsteuer in der Gastronomie. Nach Darstellung der Gewerkschaft wurde sie von 19 auf 7 Prozent reduziert. Daraus leitet die NGG die Forderung ab, dass jetzt mehr Geld bei den Beschäftigten ankommen müsse. Nach ihren Berechnungen würde eine Erhöhung um 6 Prozent für gelernte Köche oder Kellner in Vollzeit mindestens 164 Euro mehr pro Monat bedeuten. Die Forderungen der Gewerkschaft sind damit auch Teil der laufenden Tarifauseinandersetzung in Nordrhein-Westfalen.