
Die Tipps aus unserer großen Kaffeewoche
Welche Bohnen solltet ihr am besten kaufen? Braucht ihr für guten Kaffee eine teure Maschine? Und was macht ihr mit dem Kaffeesatz? Für unsere Kaffeewoche haben wir Kaffeesommelier Tamas Fejer nach seinen Tipps für guten Kaffee gefragt.
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Worauf sollte ich beim Kaffeekauf achten?
Vor dem Kaffeeregal fängt die Auswahl an: Arabica oder Robusta? So wie ihr beim Wein zwischen Rot- und Weißwein wählen könnt, begegnen euch beim Kaffee vor allem diesen beiden Sorten. Wenn ihr einen geschmackvollen Kaffee sucht, sind Bohnen mit einem hohen Arabica-Anteil ein guter Anfang.
Kauft sie möglichst ganz und nicht schon gemahlen. Ganze Bohnen halten ihr Aroma länger; mahlen könnt ihr sie auch mit einer einfachen Handmühle. Bei Kaffee aus dem Supermarkt lohnt sich außerdem ein Blick auf das Mindesthaltbarkeitsdatum - besonders, wenn ein Angebot verlockend günstig ist. Hat der Kaffee nur noch ein halbes Jahr Resthaltbarkeit, schaut lieber genauer hin.
Nach dem Öffnen könnt ihr euch auf eure Nase verlassen: Riechen die Bohnen leicht muffig, greift beim nächsten Einkauf besser zu einem anderen Kaffee. Die angebrochene Packung bewahrt ihr gut verschlossen und trocken auf. Im Kühlschrank ist es dafür zu feucht.
Welche Zubereitungsart passt zu mir`?
Wenn ihr wenig Platz habt und nicht viel ausgeben wollt, ist ein Porzellanfilter eine gute Wahl. Ihr setzt ihn direkt auf die Tasse und könnt loslegen. Auch die French Press kommt ohne aufwendige Technik aus: Gebt 92 bis 95 Grad heißes Wasser auf den Kaffee, rührt nach anderthalb Minuten einmal um und wartet weitere anderthalb Minuten. Erst dann setzt ihr das Sieb auf.
Ein Vollautomat ist bequem, weil er euch verschiedene Getränke auf Knopfdruck macht. Wenn ihr vor allem richtig guten Espresso wollt, hat der Siebträger die Nase vorn. Er kostet allerdings deutlich mehr, braucht Platz und macht Arbeit: Ihr müsst den Mahlgrad einstellen und die Maschine regelmäßig reinigen und entkalken.
Wenig Begeisterung lösen beim Kaffeesommelier Pads aus - ihre Kaffeequalität überzeugt ihn nicht. Kapseln schmecken aus seiner Sicht besser, sind aber teuer und sorgen für zusätzlichen Abfall. Auch Instantkaffee gehört nicht zu seinen Empfehlungen.
Wie viel Kaffee am Tag ist okay`?
Um Kaffee ranken sich einige hartnäckige Regeln. Eine davon lautet: Mehr als drei Tassen am Tag seien ungesund. Eine feste Grenze für alle lässt sich daraus aber nicht machen. Vier bis fünf kleine Tassen müssen nicht automatisch zu Nervosität oder Schlafproblemen führen. Achtet darauf, wie ihr selbst auf Kaffee reagiert - vor allem, wenn ihr später am Tag noch eine Tasse trinkt.
Und noch etwas, das bei der Frage nach „gesund oder ungesund“ leicht untergeht: Kaffee ohne Zucker oder Sirup enthält kaum Kalorien. Was ihr hineingebt, macht also ebenfalls einen Unterschied.
Welche Gewürze passen in den Kaffee?
Wenn ihr euren Kaffee mal anders trinken möchtet, könnt ihr Zimt oder Kardamom ausprobieren. Auch Vanille passt dazu - zusammen mit etwas Zucker kommt ihr Geschmack besser zur Geltung.
Und die Prise Salz? Der Tipp stammt aus einer Zeit, in der Menschen Kaffee teils jahrelang lagerten. Wenn er schließlich vor allem bitter schmeckte, sollte Salz einen Gegenpol bilden. Bei frischem Kaffee braucht ihr das normalerweise nicht. Künstliche Nuss-, Nougat- oder Karamellaromen sind ebenfalls nicht nötig, wenn ihr den Geschmack des Kaffees selbst genießen wollt.
Was kann ich mit dem Kaffeesatz machen? - Außer ihn wegzuschmeißen
Nach dem Aufbrühen bleibt Kaffeesatz übrig. Im Garten könnt ihr ihn zum Beispiel im Beet oder bei Tomatenpflanzen verwenden. Bei Lavendel, Kräutern, Kohl und Zimmerpflanzen solltet ihr vorsichtiger sein. Wichtig ist, dass ihr den Kaffeesatz vorher gut trocknen lasst, damit er nicht schimmelt.
Auch beim Putzen kann er helfen: Mit etwas Kaffeesatz und einem feuchten Schwamm könnt ihr eingebrannte Reste aus robusten Pfannen und Töpfen oder vom Grillrost schrubben. Für Glaskeramik eignet er sich nicht. Ein Schälchen Kaffeesatz könnt ihr außerdem gegen unangenehme Gerüche in den Kühlschrank stellen. Und wenn eure Hände nach Zwiebeln oder Fisch riechen, reibt sie mit etwas Kaffeesatz ab und wascht sie anschließend.
Autor/innen: Laura Potting, Stefan Rejek & Sascha Faßbender
