
Vierbeinige Drogenschnüffler ermitteln im Gefängnis
Gute Nachrichten für die Sicherheit in den nordrhein-westfälischen Gefängnissen. Im Trainingszentrum des Justizvollzugs in Schalksmühle gibt es eine bundesweite Premiere. Hundeführer und -Trainer haben dort zusammen mit dem Landeskriminalamt zwei Spürhunden beigebracht, neuartige synthetische Drogen zu erschnüffeln. Diese Stoffe sind extrem gefährlich und wurden bislang oft unbemerkt auf Briefpapier in die Zellen geschmuggelt. Für Menschen ist das bei Kontrollen quasi unsichtbar - die neuen Spürhunde riechen die Stoffe aber sofort. Künftig sollen alle dreizehn Hunde der Landesstaffel dieses Training durchlaufen. Justizminister Benjamin Limbach hat sich das heute in Schalksmühle angesehen.
Zwei Spürhunde erkennen neue psychoaktive Stoffe
Für den Justizvollzug schließt dieser Erfolg eine gefährliche Sicherheitslücke. Bislang stellen die synthetischen Drogen eine enorme Herausforderung dar, weil sie bei normalen Kontrollen mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Mit dem gezielten Einsatz der Tiere schützt das Land künftig nicht nur die Inhaftierten vor lebensgefährlichen Nebenwirkungen, sondern auch die Bediensteten in den Gefängnissen.
Minister Dr. Benjamin Limbach: „Die Diensthundestaffel ist ein zentraler Baustein unserer Zielsetzung, illegale Drogen und andere verbotene Gegenstände aus dem Justizvollzug fernzuhalten. Dass es unseren Diensthundeexperten und -expertinnen gelungen ist, zwei Diensthunde so auszubilden, ist ein großartiger Erfolg und in dieser Form im gesamten Bundesgebiet einmalig.“
Das Training wird künftig auf alle Hunde ausgeweitet.
Neue psychoaktive Stoffe sind chemische Verbindungen, die illegale Drogen imitieren und unberechenbare Reaktionen auslösen können. Um sie in Justizvollzugsanstalten zu schmuggeln, werden sie häufig unauffällig in flüssiger Form auf gewöhnliches Papier geträufelt. Herkömmliche Kontrollen stoßen bei dieser Methode an ihre Grenzen, weshalb die feinen Nasen der Spezialhunde nun den entscheidenden Unterschied machen.
Neue Herausforderung für Hundestaffel in NRW
Die landesweite Diensthundestaffel ist dezentral organisiert und besteht aus acht Hundeführern mit aktuell dreizehn Tieren. Sie sind dual auf Rauschgift und Datenspeicher wie Handys trainiert und kommen in allen 36 Gefängnissen in Nordrhein-Westfalen zum Einsatz. Allein im vergangenen Jahr verzeichnete die Staffel bei 322 Einsätzen insgesamt 693 Betäubungsmittel- und 111 Handyfunde.