
Autorin aus Altena feiert großen Literatur-Erfolg
Großer Erfolg für Lena Schätte aus Altena: Die 32-jährige Autorin hat den 50. Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt gewonnen. Mit ihrer Erzählung „Was wir tragen“ überzeugte sie nicht nur die Jury, sondern auch das Publikum.
Veröffentlicht: Montag, 29.06.2026 05:34
Lena Schätte gewinnt in Klagenfurt
Lena Schätte hat das 50. Wettlesen um den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis gewonnen. Die 32-Jährige stammt aus Lüdenscheid und lebt heute in Altena. Beim Wettbewerb in Klagenfurt setzte sie sich mit ihrem Text „Was wir tragen“ durch. Darin geht es um zwei übergewichtige Freundinnen, die als Außenseiterinnen durch ihre Hauptschulzeit gehen. Neben dem Hauptpreis erhielt Schätte auch den Publikumspreis. Der Bachmann-Preis ist mit 30.000 Euro dotiert, der Publikumspreis ist mit einem Schreibstipendium verbunden.
Starke Resonanz auf „Was wir tragen“
Die Jury würdigte Schättes Erzählung sehr deutlich. Besonders hervorgehoben wurde die Sprache des Textes und die Art, wie das Thema Ausgrenzung erzählt wird. Laut Jury gelingt das ohne Anklage und ohne Belehrung. In der Live-Debatte nach der Lesung hatte sich die Jury bereits sehr positiv über den Beitrag geäußert. Auch das Publikum stimmte am Ende für Schätte. Damit ging beim Jubiläumswettbewerb sowohl der Hauptpreis als auch der Publikumspreis an die Autorin aus dem Märkischen Kreis.
„Es ist ein Fiebertraum“ - Lena Schätte, Autorin.
Autorin mit Wurzeln in Lüdenscheid und Altena
Lena Schätte stammt ursprünglich aus Lüdenscheid und lebt heute in Altena. Bevor sie ihren literarischen Weg weiter ausbaute, arbeitete sie als Psychiatriekrankenschwester. Im Jahr 2020 begann sie ein Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Schon im vergangenen Jahr war sie mit ihrem Roman „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ auf der Longlist des Deutschen Buchpreises vertreten. Der Erfolg in Klagenfurt ist damit ein weiterer wichtiger Schritt in ihrer literarischen Laufbahn.
Thema Ausgrenzung bekommt Aufmerksamkeit
Nach ihrem Sieg sagte Schätte, sie finde es besonders schön, dass das Thema ihres Textes Aufmerksamkeit bekomme. Es gehe um Menschen, die oft nicht gesehen würden, obwohl sie sichtbar seien. Genau dieser Punkt spielt auch in „Was wir tragen“ eine zentrale Rolle. Die Erzählung beschäftigt sich mit Freundschaft, Ausgrenzung und gesellschaftlichem Blick auf Körper. Damit hat Schätte bei der Jury und beim Publikum offenbar einen Nerv getroffen. Der Wettbewerb gilt seit Jahren als wichtige Bühne für deutschsprachige Literatur und kann für Autorinnen und Autoren ein großer Karriereschritt sein.
Weitere Fakten zum Bachmann-Preis
Das Wettlesen in Klagenfurt wird seit 1977 veranstaltet. In diesem Jahr traten 14 Autorinnen und Autoren an. Sie lasen ihre Texte vor und stellten sich anschließend der Diskussion der Jury. Der Preis erinnert an die österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann. In diesem Jahr hatte der Wettbewerb eine besondere Bedeutung, weil es das 50. Wettlesen war. Für Lena Schätte ist der Sieg deshalb nicht nur persönlich ein großer Erfolg, sondern auch ein besonders starkes Signal zum Jubiläum des Wettbewerbs.