
„augen auf!“ setzt Zeichen gegen das Vergessen
Mit Stolpersteinen, Gedenkorten und einer Schnitzeljagd gegen das Vergessen haben sich Schüler in Iserlohn mit der NS-Zeit beschäftigt. Das Projekt „augen auf! für Iserlohn“ sollte Geschichte erlebbar machen und ein Zeichen für Demokratie setzen.
Veröffentlicht: Freitag, 08.05.2026 14:10
Schüler erkunden Erinnerungsorte in Iserlohn
Sechs weiterführende Schulen aus Iserlohn haben in der vergangenen Woche am Projekt „augen auf! für Iserlohn“ teilgenommen. Dabei beschäftigten sich die Jugendlichen intensiv mit dem Holocaust, der NS-Zeit und den Auswirkungen auf die Stadt Iserlohn. Organisiert wurde das Projekt von der Abteilung Jugendarbeit der Stadt Iserlohn gemeinsam mit mehreren Kooperationspartnern.
Im Mittelpunkt stand eine „Schnitzeljagd gegen das Vergessen“. Die Schüler erkundeten dabei verschiedene Erinnerungs- und Gedenkorte in der Innenstadt. Dazu gehörten unter anderem Stolpersteine, das Mahnmal am Poth und weitere Orte, die an Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Über QR-Codes bekamen die Teilnehmer zusätzliche Informationen zur Geschichte der jeweiligen Orte.
Stolpersteine machen Geschichte sichtbar
Besonders die zahlreichen Stolpersteine in Iserlohn haben viele Jugendliche überrascht. Die kleinen Gedenktafeln erinnern an Menschen, die während der NS-Zeit verfolgt, deportiert oder ermordet wurden.
„Ich wusste ehrlich gesagt gar nicht, dass es so viele Stolpersteine in Iserlohn gibt.“- Zahide vom Friederike-Fliedner-Berufskolleg.
Einige Teilnehmende wussten zuvor nur wenig über die Ereignisse in ihrer eigenen Stadt. Durch das Projekt sei Geschichte greifbarer geworden als im normalen Schulunterricht.
„Dadurch hat man deutlich mehr herausgefunden, was in der Stadt passiert ist und was jetzt wirklich mit der Stadt damals geschehen ist.“ - Greta vom Friederike-Fliedner-Berufskolleg.
Jugendliche wollen Haltung zeigen
Das Projekt sollte aber nicht nur an die Vergangenheit erinnern. Ziel war es auch, junge Menschen für Demokratie, Vielfalt und Menschlichkeit zu sensibilisieren. Viele Schüler nahmen aus der Woche mit, wie wichtig es ist, sich gegen Antisemitismus und Rassismus einzusetzen:
„Die meisten Jugendlichen heutzutage wissen ja kaum, was es überhaupt ist. Daher finde ich wichtig, dass man das einfach im Hinterkopf hat, was die Menschen in der Zeit erlebt haben, sodass es sich nicht wiederholt.“ - Zahide vom Friederike-Fliedner-Berufskolleg.
Auch Greta betont, wie wichtig Erinnerungskultur bleibt.
„Dass die Zeit nicht wiederholt werden sollte und dass man wirklich ein Zeichen setzen soll.“
Zum Abschluss des Projekts präsentierten die Jugendlichen ihre Ergebnisse am „Tag der Befreiung“ im Kinder- und Jugendzentrum am Karnacksweg öffentlich.