
NGG sieht wachsende Kluft im Märkischen Kreis
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, kurz NGG, sieht im Märkischen Kreis eine zunehmende Schere zwischen Arm und Reich. Nach Angaben der NGG kommen im Kreisgebiet auf 158.200 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 193 Einkommensmillionäre. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Zahlen des Statistischen Landesamtes IT.NRW und der Arbeitsagentur. Rein rechnerisch kommt damit ein Einkommensmillionär auf 819 Beschäftigte. Die NGG Südwestfalen spricht mit Blick auf diese Zahlen von einer wachsenden sozialen Schieflage im Märkischen Kreis.
„So sieht das Gefälle zwischen Normal- und Spitzenverdienern im Märkischen Kreis aus. Die einen krempeln die Ärmel hoch, um über die Runden zu kommen. Die anderen verdienen ihr Geld überwiegend an der Börse und mit Unternehmensgewinnen“ - Isabell Mura, Geschäftsführerin der NGG Südwestfalen.
Viele Vollzeitbeschäftigte kommen kaum aus
Nach Einschätzung der Gewerkschaft reicht das Einkommen für viele Menschen trotz Vollzeitjob kaum aus. Genannt werden dabei vor allem alltägliche Ausgaben wie Miete, Sprit und Lebensmittel. Die NGG verweist außerdem auf Menschen ohne Arbeit und auf das Risiko von Armut im Alter. Aus Sicht der Gewerkschaft wächst damit der Druck auf viele Haushalte im Märkischen Kreis. Die NGG warnt davor, dass soziale Unterschiede weiter zunehmen könnten.
„Es geht nicht darum, dass die einen mehr Geld haben als die anderen. Es geht darum, dass wenige im ‚Gold-Statuslevel‘ leben. Und dass immer mehr trotz eines Vollzeitjobs darum kämpfen, genug Geld für Miete, Sprit und Lebensmittel zusammenzubekommen. Von denen, die keine Arbeit haben oder mit Armut im Alter klarkommen müssen, ganz zu schweigen. Das gefährdet am Ende sogar die Demokratie“ - Isabell Mura, Geschäftsführerin der NGG Südwestfalen.
Appell an Bundestagsabgeordnete aus der Region
Die NGG Südwestfalen appelliert an die Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD aus dem Märkischen Kreis und der Region. Bei den anstehenden Reformen in Berlin müsse aus Sicht der Gewerkschaft ein sozialer Kurs eingehalten werden. Die NGG fordert eine steuerliche Entlastung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Arbeit dürfe nicht stärker besteuert werden als Kapitaleinkommen, also etwa Zinsen, Dividenden oder Kursgewinne. Die Gewerkschaft verlangt deshalb gerechtere Steuern und sieht darin einen wichtigen Punkt für die angekündigten Reformen des Bundes.
„Es geht darum, Menschen, die Tag für Tag arbeiten, nicht noch weiter abzuhängen. Denn sie sind die breite Mehrheit und tragen die Hauptlast: Lohn- und Mehrwertsteuer drücken enorm“ - Isabell Mura, Geschäftsführerin der NGG Südwestfalen.
NGG fordert Vermögenssteuer und weitere Reformen
Nach Angaben der NGG bringen Erbschaften und Vermögen aktuell nur einen kleinen Teil des gesamten Steueraufkommens. Deshalb fordert die Gewerkschaft unter anderem eine Vermögenssteuer und einen höheren Spitzensteuersatz. Auch das Ehegattensplitting stellt die NGG infrage. Aus Sicht der Gewerkschaft mache es Jobs für Frauen oft unattraktiv und fördere überholte Rollenbilder. Die heimischen Bundestagsabgeordneten müssten sich nun dafür einsetzen, dass Reformen bei Steuern, Rente und Gesundheit die Kluft zwischen Arm und Reich nicht weiter vergrößern.