
AGV Lüdenscheid: Streiks verschärfen Krise im MK
Die Warnstreiks der IG Metall stoßen bei den Arbeitgebern im südlichen Märkischen Kreis auf scharfe Kritik. AGV-Geschäftsführer Christian Lepping fordert eine tarifpolitische Atempause - und warnt vor dem Verlust von Industriestandorten in der Region.
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Arbeitgeber im Märkischen Kreis kritisieren Warnstreiks als überzogen
Die Arbeitgeber im südlichen Märkischen Kreis haben die laufenden Warnstreiks der IG Metall scharf kritisiert. Der Arbeitgeberverband Lüdenscheid bezeichnete die Arbeitsniederlegungen angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage als überzogen. AGV-Geschäftsführer Christian Lepping forderte stattdessen eine konstruktive Lösung am Verhandlungstisch. Die Gewerkschaft solle die ohnehin angespannte Situation in den Betrieben nicht zusätzlich anheizen. Die IG Metall fordert in der laufenden Tarifrunde fünf Prozent mehr Entgelt für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie. Die Arbeitgeber haben ihrerseits ein Angebot von 1,3 Prozent ab Juli 2028 vorgelegt.
Wirtschaftslage im Märkischen Kreis: Umfrage zeigt alarmierende Zahlen
Der Arbeitgeberverband verweist auf die Ergebnisse einer eigenen Verbandsumfrage, die die Lage der Unternehmen in der Märkischen Region beschreibt. Demnach bewerten 69 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als schlecht - nur 9 Prozent als gut. Rund 57 Prozent rechnen mit weiterem Stellenabbau, lediglich 6 Prozent erwarten einen Zuwachs. Zwei Drittel der Betriebe berichten zudem, dass Neuaufträge inzwischen vor allem im Ausland und nicht mehr an heimischen Standorten abgewickelt werden. Der Märkische Arbeitgeberverband bezeichnet die aktuelle Tarifrunde als eine der schwierigsten der vergangenen Jahrzehnte - Hintergrund seien vor allem hohe Kosten, zunehmender Wettbewerbsdruck und eine angespannte wirtschaftliche Lage in vielen Unternehmen. Lepping betonte, diese Zahlen seien ein deutliches Warnsignal für den Industriestandort.
„Diese Zahlen sind ein deutliches Warnsignal für unseren Industriestandort, der zunehmend industrielle Wertschöpfung und Arbeitsplätze verliert." - Christian Lepping, Geschäftsführer AGV Lüdenscheid
Forderung nach tragfähiger Tariflösung - Deindustrialisierung stoppen
Lepping plädierte für eine tarifpolitische Atempause und eine wirtschaftlich tragfähige Lösung. Nur so könne die Deindustrialisierung gestoppt und der massive Substanzverlust in der heimischen Industrie gebremst werden. Aus Sicht des Arbeitgeberverbandes verschärft sich der Wettbewerb um die noch verbleibenden Aufträge deutlich - die heimischen Unternehmen könnten diesen Wettbewerb nur bestehen, wenn die Arbeitskosten wettbewerbsfähiger würden. Der Wettbewerbs- und Kostendruck durch hohe Arbeitskosten, Sozialabgaben, Steuern, Energiepreise und Bürokratie sei erheblich. Mit ihrem bisherigen Angebot hätten die Arbeitgeber laut Lepping ihre Bereitschaft zu einer schnellen und konstruktiven Lösung der Tarifrunde gezeigt.