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Abnehmspritze: Eure Fragen, ehrliche Antworten
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Abnehmspritze: Eure Fragen, ehrliche Antworten

Wunder-Shortcut oder riskanter Hype? Die Abnehmspritze ist in aller Munde. Ihr habt uns eure Fragen dazu geschickt – und zwei Fachleute haben sie live im Radio beantwortet: Adipositas-Chirurg Dr. Markus Gellenbeck und Ernährungsberaterin Jana Hermanski aus dem Adipositas-Zentrum der Johanniter-Kliniken Hamm. Die wichtigsten Antworten im Überblick.

Veröffentlicht: Sonntag, 14.06.2026 18:51

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Interview zum Nachhören

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Laura PottingInterview mit euren Fragen zum Thema "Abnehmspritze"
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Segen oder Hype?

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Die ehrliche Antwort: beides. Für Dr. Gellenbeck ist die Spritze „ein zweischneidiges Schwert – sowohl ein Segen als auch ein Hype, der große Gefahren birgt". Die gute Seite: In den richtigen Händen und mit ärztlicher Begleitung kann sie vielen Menschen wirklich helfen. Der Haken: Genau diese Begleitung fehlt oft. Als gehypter Lifestyle-Trend wird sie viel zu leichtfertig und auf eigene Faust genommen – und dann wird's riskant. Und so funktioniert das Ganze überhaupt: Das Mittel ahmt körpereigene Darmhormone nach, der Magen entleert sich langsamer, das Sättigungsgefühl kommt früher, man isst weniger. Einfach nur mehr Sport? Reicht bei starkem Übergewicht laut Gellenbeck nicht.

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Für wen – und für wen nicht?

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Zugelassen ist die Spritze ab einem BMI über 27, wenn Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes dazukommen – richtig sinnvoll wird sie meist ab BMI 30. Als Lifestyle-Hack für die schnelle Sommerfigur lehnen beide sie dagegen klar ab. Bei ein paar Kilo zu viel zählen weiter die Klassiker: Ernährung, Bewegung und ein ehrlicher Blick auf die eigenen Gewohnheiten.

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Kosten und Nebenwirkungen

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Günstig ist der Spaß nicht: Die Kasse zahlt meist nicht (außer bei Diabetes), Selbstzahler sind mit 200 bis 500 Euro im Monat dabei. Dazu kommen typische Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, manchmal Durchfall, Kopfschmerzen oder Schwindel – deshalb wird die Dosis langsam hochgefahren. Das größte Risiko ist aber ein anderes, sagt Gellenbeck: „wenn man es allein macht". Was über dubiose Online-Plattformen ins Haus kommt, sei oft „Attrappe, wo gar kein Wirkstoff drin ist". Und die Spritze allein macht noch keinen gesunden Umgang mit Essen, betont Jana Hermanski: „Sein Ernährungsverhalten muss man aktiv und bewusst angehen." Heißt konkret: genug Eiweiß und Krafttraining, damit nicht Muskeln statt Fett verschwinden – und das Wissen, dass nach dem Absetzen meist der Jojo-Effekt zurückkommt.

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Bald als Tablette – und operative Alternativen

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Die Pille ist im Anmarsch: Ende Mai 2026 hat die EMA grünes Licht für Semaglutid (Wegovy) in Tablettenform empfohlen, in Deutschland wird sie frühestens Ende 2026 erwartet. Gleicher Wirkstoff, etwas geringere Wirkung – und mit rund 150 Euro im Monat kaum billiger. Bei sehr starkem Übergewicht bleibt außerdem das Skalpell die wirksamste Option: Eingriffe wie Schlauchmagen oder Magen-Bypass schaffen, was die Spritze nicht kann.

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Das Fazit der Experten

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Beide appellieren zum Schluss an dasselbe: keine Selbstversuche. „Immer Hilfe suchen", bringt es Jana Hermanski auf den Punkt – sich „nicht einfach so auf den Weg begeben", sondern an ein Zentrum oder den Hausarzt anbinden. Auch Gellenbeck rät dringend, sich fachmännisch beraten zu lassen. Denn Adipositas ist eine chronische Erkrankung, die unbehandelt die Lebenszeit deutlich verkürzen kann. Heißt unterm Strich: Die Spritze kann ein starkes Werkzeug sein – aber eben nur in den richtigen Händen.

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Die Gäste

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Abnehmspritze: Eure Fragen, ehrliche Antworten
© RADIO NRW
Dr. Markus Gellenbeck und Jana Hermanski im Studio
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Dr. Markus Gellenbeck – Adipositas-Chirurg und ärztlicher Leiter im Adipositas-Zentrum der Johanniter-Kliniken Hamm

Jana Hermanski – Ernährungsberaterin (Ökotrophologin) im Adipositas-Zentrum der Johanniter-Kliniken Hamm

Mehr zum Zentrum: johanniter.de – Adipositas-Zentrum Hamm · www.adipositashamm.de

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Du brauchst Hilfe?

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Wenn du unter Übergewicht leidest oder jemanden kennst, der Hilfe braucht: Es gibt strukturierte Behandlungsnetzwerke und zertifizierte Zentren. Die Basis bildet das multimodale Konzept aus Ernährungstherapie, Bewegung, Verhaltenstherapie und gegebenenfalls medizinischen oder operativen Eingriffen.



Die gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich im Regelfall an den Kosten der Basistherapie oder übernehmen sie ganz, wenn eine ärztliche Diagnose vorliegt und du ein multimodales Programm durchläufst. Informier dich dazu am besten über die Angebote deiner Krankenkasse.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

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