
10.000 Sandsäcke: Großübung in Lüdenscheid
Mehr als 200 Einsatzkräfte haben am Samstag bei der Katastrophenschutzübung „Waterworld" in Lüdenscheid den Hochwasserfall geprobt. Am Bremecker Hammer errichteten Feuerwehr, THW und Hilfsorganisationen einen Deich aus rund 10.000 Sandsäcken.
Veröffentlicht: Montag, 27.04.2026 13:35
Katastrophenschutzübung „Waterworld" in Lüdenscheid
Der Märkische Kreis hat am Samstag in Lüdenscheid eine groß angelegte Katastrophenschutzübung durchgeführt. Unter dem Titel „Waterworld" probten mehr als 200 Einsatzkräfte aus Feuerwehren, dem Technischen Hilfswerk und weiteren Hilfsorganisationen den Hochwasserfall. Im Mittelpunkt stand der Schutz von Gebäuden vor Hochwasser. Das Übungsszenario ging von tagelangen Regenfällen und einer Prognose des Deutschen Wetterdienstes über bis zu 100 Liter Niederschlag pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden aus. Die Feuerwehr Lüdenscheid hatte den Märkischen Kreis für den Bereich Bremecker Hammer um Unterstützung gebeten.
„Das ist keine abstrakte Zukunftsprognose mehr, sondern Realität. Genau deshalb ist es entscheidend, dass wir unsere Abläufe nicht nur auf Papier kennen, sondern unter möglichst echten Bedingungen trainieren. Wir haben unsere Konzepte getestet, Abläufe vertieft und die Zusammenarbeit über Organisationsgrenzen hinweg gestärkt." - Michael Kling, Kreisbrandmeister des Märkischen Kreises
Deichbau am Bremecker Hammer in Lüdenscheid
An der Übung waren Feuerwehren aus Lüdenscheid, Balve, Schalksmühle, Herscheid, Neuenrade, Plettenberg und Altena beteiligt. Hinzu kamen THW-Ortsverbände aus Halver, Lüdenscheid, Iserlohn, Lünen, Waldbröl und Balve. Der Malteser Hilfsdienst aus Werdohl und Lüdenscheid übernahm den medizinischen Eigenschutz und die Verpflegung. Unterstützt wurde der Einsatz durch die Drohneneinheit des Märkischen Kreises bei der Feuerwehr Nachrodt-Wiblingwerde. Im Brandschutz- und Rettungsdienstzentrum (BRZ) in Altena-Rosmart koordinierte der Stab der Einsatzleitung das operative Vorgehen.
„Solche Lagen sind nur im Verbund zu bewältigen. Entscheidend ist, dass wir die Schnittstellen beherrschen und die Zusammenarbeit reibungslos funktioniert. Katastrophenschutz ist Teamarbeit." - Christopher Rehnert, Leiter der Feuerwehr Lüdenscheid
Logistik und Kommunikation im Fokus
Neben dem Deichbau lag ein Schwerpunkt der Übung auf der Logistik. Große Mengen Material mussten über längere Strecken innerhalb des Kreisgebiets transportiert werden. Gleichzeitig wurde die Kommunikation zwischen den Einsatzabschnitten trainiert - auch unter der Annahme eines Mobilfunkausfalls. Bereits am Freitag und Samstag waren Einsatzkräfte an mehreren Standorten aktiv, darunter in Hemer, Lüdenscheid, Altena und Plettenberg.